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Seite 2
Buchautor Norbert Carsten hat altona93.com exklusiv eine Zusammenfassung seines neuen Buches ALTONA 93. 111 Jahre Auf und Ab zur Verfügung gestellt. Hierfür an dieser Stelle nochmals vielen Dank!

Am 29.6.1893 gegründet, gehört Altona 93 1894 zu den Gründungsvereinen des Hamburg-Altonaer Fußballbundes und 1900 des DFB. Schon 1898 wird der AFC erstmalig Hamburger Meister, wie dann auch 1899, 1900 und 1903.

In diesem Jahr 1903 erreicht Altona 93 das Halbfinale in der erstmalig ausgetragenen deutschen Fußballmeisterschaft, verliert aber nach einer 3:0 Führung in Leipzig noch mit 3:6, weil frühzeitig wegen zweier verletzter Spieler nur noch neun Akteure auf dem Platz stehen.

Auch in den Folgejahren hat der AFC eine Spitzenmannschaft und wird 1909 nicht nur Hamburger sondern auch norddeutscher Fußballmeister; das Endspiel gewinnt Altona 93 mit 6:3 gegen Eintracht Braunschweig. Erneut wird das Halbfinale der deutschen Meisterschaft erreicht, aber bei Viktoria 89 Berlin verloren.
Seit Ende 1907 spielt Adolf Jäger als Sturmführer für Altona 93, er wird für über 16 Jahre ( von 1908 – 1924 ) deutscher Nationalspieler mit insgesamt 18 Berufungen und erhält für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Fußball 1927 mit der Adlerplakette die höchste Auszeichnung des deutschen Sports. 1910 und 1911 spielt Rechtsaußen Hanssen dreimal, 1928 Torwart Wentorf als dritter Spieler des AFC zweimal für Deutschland.

1910, 1911, 1912 und 1914 wird Altona 93 wieder Hamburger Meister, 1914 darüber hinaus in der erstmalig als Norddeutsche Liga ausgespielten norddeutschen Meisterschaft zum zweiten Mal norddeutscher Fußballmeister. In der deutschen Meisterschaft scheitert der AFC im Viertelfinale in Essen gegen den Duisburger SV in der Verlängerung. Die Ligamannschaft von Altona 93 gilt 1914 in Fachkreisen aber als die beste in Deutschland, der man für die Folgejahre sehr viel zutaut. Aber im 1.Weltkrieg fallen sieben Ligaspieler, ein nicht  aufzufangender Aderlaß. 1917 wird trotzdem die Kriegsmeisterschaft in Hamburg gewonnen; in der norddeutschen Meisterschaft scheitert Altona 93 wie schon 1910, 1911 und 1912 im Halbfinale.

Nach dem 1.Weltkrieg bleibt Altona 93 Spitzenmannschaft in Norddeutschland. Der 1908 angepachtete Platz wird zum 1.1.1921 erworben und mit fast 30.000 Plätzen zum fassungsreichsten in Norddeutschland ausgebaut. Fünfstellige Zuschauerzahlen sind in Bahrenfeld keine Seltenheit, insbesondere die Begegnungen gegen den 1919 aus einer Fusion entstandenen HSV mobilisieren Zuschauermassen. Ein führender Platz in Hamburg ist für Altona 93 selbstverständlich, aber erst 1925 wird die Hamburger Meisterschaft erneut gewonnen und zwar mit 3:2 gegen den HSV vor 25.000 Zuschauern in Bahrenfeld. Dagegen wird das Endspiel um die norddeutsche Meisterschaft gegen den selben Gegner mit 1:2 verloren. In der Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft scheitert der AFC im Viertelfinale gegen den Duisburger SV.

Bis 1933 erreicht Altona 93 mit Ausnahme von 1928 immer vordere Platzierungen in Norddeutschland, so Dritter 1927 und 1932, Vierter 1929.  AFC-Spieler werden regelmäßig als Auswahlspieler für Hamburg oder Norddeutschland berufen; für den Norden laufen bis 1963 insgesamt 30 Spieler von Altona 93 mit 170 Berufungen auf. Des öfteren wird der jeweilige amtierende deutsche Meister zu Gastspielen in das seit 1944  Adolf-Jäger-Kampfbahn genannte Stadion eingeladen, was regelmäßig ein volles Haus bedeutet.

1933 gewinnt Altona 93 zum 12. und gleichzeitig letzten Mal die Hamburger Meisterschaft vor 15.000 Besuchern durch einen 2:1 Sieg in der Verlängerung gegen den HSV. Im „ Dritten Reich „ spielt der AFC von 1933 – 1945 ununterbrochen in der Gauliga, der höchsten deutschen Spielklasse. In der letzten Saison 1944/45 wird Altona 93 hinter dem HSV und vor dem FC St. Pauli Zweiter.

Schon Mitte Juli 1945 ( also nur gut zwei Monate nach der Kapitulation von Deutschland im Mai ) wird in Hamburg wieder ein großes Fußballspiel ausgetragen, nämlich HSV – Altona 93. Der AFC gehört weiter zu den führenden Vereinen, zunächst in Freundschaftsspielen und dann in Punktrunden in der Hamburger „ Straßenbahnliga „ werden vor großen Kulissen achtbare Ergebnisse erreicht. Aber 1947 verpaßt Altona 93 überraschend die Qualifikation für die neu gegründete Oberliga Nord und muß erstmalig in der Vereinsgeschichte in der 2. Liga spielen.

1950 gelingt aber der ersehnte Aufstieg, als das entscheidende Aufstiegsspiel in Blumenthal mit 4:1 gewonnen wird. Durch das schlechtere Torverhältnis steigt der AFC aber ein Jahr später als Drittletzter der Oberliga Nord wieder ab. Der Wiederaufstieg wird 1952 sofort geschafft; die Spiele besuchen durchschnittlich 4.700 ( in der Hamburger Amateurliga ) bzw sogar 12.200 Zuschauer ( Aufstiegsrunde ).

In den folgenden Oberligajahren bis zur Gründung der Bundesliga 1963 spielt der AFC insbesondere in den Anfangsjahren eine herausragende Rolle; viele bedeutende Ligaspieler laufen für Altona 93 auf, so der vom HSV gekommene große Dirigent Heinz Spundflasche ( von 1952 – 1958 ) oder Werner Erb (  von 1953 – 1961 ). Der aus der AFC-Jugend kommende Erb steht kurz vor einer Nationalmannschaftskarriere und erzielt 127 Tore in der Oberliga für den AFC, damit über 26 % aller Punktspieltore dieser Jahre. Ab 1957 spielt mit Heiko Kurth ein weiterer überragender Stürmer aus dem Nachwuchs des AFC viele Jahre ( insgesamt 14 ) in der Liga, der dazwischen auch zwei Jahre als Lizenzspieler beim HSV wirkt.

In der Saison 1952/53 steht der Neuling Altona 93 kurz vor dem Erreichen der Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft, durchschnittlich sehen fast 11.000 Besucher jedes Spiel. Die Heimspiele gegen Holstein Kiel ( 25.000 ) und HSV ( 27.000 ) sind ausverkauft. 1954 erreicht Altona 93 vor allem mit großartigen Sturmleistungen den dritten Platz in Norddeutschland, die Außenstürmer Dieter Seeler ( 13 Tore  ) und Heiner Reiß ( 17 ) sowie Mittelstürmer Werner Erb ( 19 ) werden von Heinz Spundflasche glänzend eingesetzt.

1954/55 wird Altona 93 Vierter in der norddeutschen Meisterschaft und verfehlt die deutsche Endrunde nur knapp; die 30 Punktspiele werden von 8.700 Zuschauern pro Spiel besucht, Werner Erb erzielt 27 Tore. Darüber hinaus erreicht der AFC nach Erfolgen u.a. über Eintracht Frankfurt und Alemannia Aachen das Halbfinale im DFB-Pokal gegen die süddeutsche Spitzenmannschaft des Karlsruher SC und verliert erst im Wiederholungsspiel in Gelsenkirchen, nachdem die erste Begegnung in Köln in einem begeisternden Spiel 3:3 nach Verlängerung ausgegangen ist.

1956/57 bleibt Altona 93 14 Spiele hintereinander ohne Niederlage und erreicht u.a. gegen den norddeutschen Abonnementmeister HSV  in der Adolf-Jäger-Kampfbahn vor 27.000 Zuschauern ein 2:2. In der darauf folgenden Serie 1957/58 wird der AFC beachtlicher Dritter in Norddeutschland  und kommt in das Viertelfinale des DFB-Pokals.

Im Herbst 1958 liegt Altona 93 über viele Wochen auf dem 1.Platz der Oberliga Nord und weiht Weihnachten 1958 die Tribünenüberdachung in der Adolf-Jäger-Kampfbahn ein. Nach einer mittelmäßigen Saison 1959/60 hofft der AFC 1960/61 lange auf Platz 2 und die Teilnahme an der deutschen Endrunde, wird letztlich Sechster. In den beiden letzten Oberligajahren zeigt die verjüngte Ligamannschaft zwar durchaus beachtliche Leistungen, muß sich aber 1963 in der letzten Erstligasaison des AFC die Eingliederung in die neue 2.Liga, die Regionalliga Nord, über eine Aufstiegsrunde erspielen, was mühelos gelingt. Die Punktspiele des AFC in den 12 Jahren der Oberliga werden von über 2,5 Millionen Zuschauern verfolgt, 7.000 pro Spiel.



 
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